Information zum viral gehenden Video mit verendendem Rotwild

Aktualisiert: Jan 19

In den letzten Tagen ist es auf dem Instant-Messaging-Dienst WhatsApp zur Verbreitung eines Videos gekommen, indem offensichtlich verendetes Rotwild im Schnee zu sehen ist und ein junger Hirsch gezeigt wird, der zur Flucht vor den sich nähernden Menschen nicht mehr fähig, am Boden kauert.


Ohne Kenntnis der näheren Umstände wurde von zahlreichen Usern die Message geteilt, dass sich das Geschehen im Bereich der Foscari Widmann Rezzonico´schen Forstdirektion abspielen sollte. Wilde Beschimpfungen der vermeintlich Verantwortlichen folgten. Kritische Nutzer erkundigten sich vor Ort.


Hiermit halte ich fest, dass das Video nicht aus dem Umfeld des Forstbetriebes stammt. Der genaue Ursprung und die Begleitumstände, wie das Video zustande kam und in welcher Gegend sich die Hirsche bewegt haben, sind mit heutigem Tag nicht bekannt.


Fest steht, dass bei derzeit in Oberkärnten herrschender sehr hoher Schneelage zahlreiche, auch auf diese Exremsituation über Jahrtausende gut angepasste Wildtiere, um ihr Überleben kämpfen. Schwache, alte und kranke Stücke sterben naturgemäß zuerst. Eine Selektion, die den Bestand in einem Maße stärkt, wie es dem Menschen mit all seiner Technik nicht möglich wäre.


Anmerkungen zum Projekt Foscari und zur Rotwildsterblichkeit


In der Forstdirektion endete im Jahr 2019 ein Forschungsprojekt, das die Auswirkungen der Auflassung von Rotwildfütterungen in den östlichen Gailtaler Alpen auf Wild und Wald untersuchte. Hauptaussage der fünfjährigen Arbeit war, dass es ohne Fütterung trotz manch strengen Winters zu nicht mehr Schälschäden im Wald gekommen ist und auch nicht mehr Rotwild im Winter verendete, als in vergleichbaren Gebieten mit Fütterung (Leitner et al. 2019). In Hinblick auf das Fallwild bestätigte die Studie die Untersuchung von Leitner (2006), wo gezeigt werden konnte, dass in Gebieten mit Rotwildfütterung ein zumindest gleich hoher Fallwildanteil im Extremwinter 2005/06 festgestellt werden konnte, wie in Gebieten ohne Fütterung.